Stormnatt - The Crimson Sacrament

Mai 27th, 2009 | Von Waldschrat | Kategorie: Kritiken

Die österreichische Black Metal Szene hat schon vieles hervorgebracht. Über die Qualität der meisten Bands lässt sich streiten – nur wenige davon können in internationalem Gewässer mithalten. Zu dieser kleinen Division österreichischer Black Metal Größen gesellt sich nun langsam aber sicher ein neues Geschwader hinzu. Die Rede ist von Stormnatt aus Wien, die nächstes Jahr ihr zehn Jähriges Bestehen feiern können und schon heuer mit einem neuen Album zu begeistern wissen, welches internationale Vergleiche keinesfalls zu scheuen braucht.

„The Crimson Sacrament“ ist eine absolut solide, melodiös gehaltene Black Metal Scheibe, die von vorne bis hinten absolut professionell klingt. Das kurze Intro bei „Apparitional Echoes From The Void“ nimmt den Hörer mit sakralen Klängen in Empfang, doch noch bevor eine Minute vergangen ist feuern Stormnatt aus allen Rohren.

Was folgt ist eine über 40 Minuten lange Homage an Tod, Teufel und Konsorten. Ohne unnötige Intermezzos aus Keyboardgeplänkel das keiner braucht oder sonstigen Blödsinn holzen Stormnatt sich beherzt durchs Programm und schaffen dabei eine düstere Grundstimmung, ohne dabei an Härte zu verlieren.

Insgesamt ist die Scheibe von der für Black Metal der alten Schule eher typischen Monotonie geprägt, was ich allerdings in diesem Fall ausnahmsweise begrüßenswert finde. Die Riffs sind einfach gehalten, die Tempi – Wechsel zwischen ruhigeren und aggressiveren Passagen passend gesetzt. Mords Gesang kannte ich bisher nur von diversen Auftritten der Band, bei denen er mich zum Teil nicht wirklich überzeugen konnte da ihm manchmal das Volumen etwas fehlt. Die Studioatmosphäre (und vermutlich ein paar technische Kniffe) scheinen der Kreischkehle aber ganz gut getan zu haben, denn auf „The Crimson Sacrament“ kann mich auch der Gesang vollends überzeugen.

Einen Song besonders hervorzuheben mag mir an dieser Stelle eigentlich nicht wirklich gelingen, da jeder für sich seine Qualitäten hat und die Scheibe einfach gut an einem Stück abläuft – wer will kann dies als einziges Manko dieser CD manifestieren: ein wirklicher absoluter musikalischer Höhepunkt ist schwer auszumachen. Vielleicht macht aber auch gerade das den Reiz dieser CD aus – dass sie ohne besonderen Höhepunkt völlig überzeugen kann und sich damit als rundum gelungenes Werk hervortut.

Fazit: Mit „The Crimson Sacrament“ katapultieren sich Stormnatt nun endgültig in die Front der österreichischen Black Metal Garde. Zwar ist an manchen Ecken und Enden durchaus noch Potential gegeben, das genutzt werden sollte – ich persönlich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass die eine oder andere groovende Stelle dem musikalischen Grundprinzip ganz und gar nicht schaden würde. Außerdem an dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis graphischer Natur an die Band: wenn ihr die Tracklist auf der fast schwarzen Rückseite der CD in schwarzen Buchstaben abdruckt mag das zwar ungemein true sein, bringt aber keiner Sau was. Sei’s drum - in Summ lässt sich jedenfalls sagen: Stormnatt ist mit Sicherheit eine der besten österreichischen Black Metal Bands der Gegenwart – wenn ich für mich und meine Belphegor – Aversion spreche sogar die Beste.

Rating:
★★★★★

Stormnatt @ Myspace

Genre:

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