Destination´s Calling

Jun 8th, 2012 | Von Deathman | Kategorie: Interviews, Top-Story

Benötigt man als Band wirklich ein Platten Label um eine Scheibe zu veröffentlichen die durch und durch einen professionellen Eindruckt macht? Auf keinen Fall! Zumindest wenn man sich den neueste Kracher von Destination´s Calling , „End Of Time“ in Betracht zieht, welcher bestens beweist, dass man auch in Eigenveröffentlichung ein professionelles Album unter die Leute bringen kann! Gitarrist Markus war so freundlich, sich mit uns über ihr neuestes Werk und die Arbeit dahinter zu unterhalten:

Hallo und erstmals Gratulation zu eurem neuen Album „End Of Time“, welches sehr klasse und eingängig ausgefallen ist. Wie zufrieden seid ihr mit der Scheibe?

Markus: Hallo Andi und hallo liebe Leser auf Metalblaze.at. Erstmal vielen Dank für die Lorbeeren und natürlich vielen Dank für das Interview. Wir sind alle sehr stolz auf unser neues Album. Wir haben da eine Menge Arbeit und Kohle reingesteckt. Dementsprechend haben wir wirklich alles daran gesetzt, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Das haben wir unserer Meinung nach hinbekommen und sind rundum zufrieden mit dem Album. Ich höre es mir ständig an und kann gar nicht genug davon bekommen.

Für die Produktion hab ihr ja weder Kosten und Mühen gescheut und mit Sascha Paeth und seinem Team im Wolfsburger Gate-Studio zusammengearbeitet. Was hat euch dazu bewogen die Produktion ausgerechnet hier machen zu lassen und wie verlief die Zusammenarbeit?

Markus: Wir haben uns während der Vorproduktion zusammengesetzt und überlegt, wo wir soundtechnisch bei „End of Time“ hinwollen. Wir kennen selbstverständlich Saschas Arbeit für Avantasia, Kamelot, etc. und uns gefällt seine Art, diesen natürlichen Sound herzustellen. Wir haben dann mit ihm, bzw. Olaf Reitmeier Kontakt aufgenommen. Das lief ziemlich unkompliziert und wir haben auf Anhieb nen guten Draht zueinander gefunden. Unser Schlagzeuger hat dann in Wolfsburg die Drum-Sachen aufgenommen. Im Anschluss daran haben wir die Gitarren-, Bass- und Gesangsspuren im bandeigenen Studio aufgenommen und danach gingen die Daten zurück nach Wolfsburg, wo Sascha sich um den Mix der Scheibe gekümmert hat. Die ersten Testmixes waren schon echt der Hammer und nachdem alles fertig war und die Scheibe auch gemastert war, hat es uns einfach nur umgehauen.

Was ich so aus eurem Infoschreiben herausgelesen habe, kümmert ihr euch um ziemlich alles selbst, was sicherlich sehr stressig und zeitaufwendig ist. Wie viel eurer Freizeit steckt ihr überhaupt in die Band und wäre es stellenweise einfacher gewisse Sachen zu delegieren, oder wollt ihr immer alles im Auge behalten?

Markus: Da sprichst Du einen wichtigen Punkt an. Wir haben uns bei der aktuellen CD dazu entschlossen, alles selbst in die Hand zu nehmen. Zwar lagen uns einige Angebote von Plattenfirmen vor, aber da die vertraglichen Inhalte bei solchen Angeboten meist zu Ungunsten der Band ausfallen, hat sich daraus nichts ergeben. Das Zeitpensum ist bei einer Eigenveröffentlichung zwar schon enorm aber wir haben uns die Arbeit innerhalb der Band dementsprechend aufgeteilt. Zudem hatten wir das Vorgängeralbum „Invisible Walls“ im Jahr 2006 ebenfalls selbst veröffentlicht und uns war daher schon bewusst, worauf wir achten und wie wir die ganze Sache angehen müssen.  Wir stehen im Moment in Kontakt zu verschiedenen Metal-Mailordern, die unsere CD in ihr Programm mit aufnehmen werden und über unser Presswerk sind wir zudem auch auf Amazon.de vertreten, d.h. wir haben auch ein kleines Vertriebsnetz, das wir stetig ausbauen. Man kann heutzutage wirklich viel unabhängig von Plattenfirmen erreichen und ich denke, dass das zurzeit auch der richtige Weg für uns ist.

Eure letzte Scheibe „Invisible Walls“ hat durchaus gut Kritiken einfahren können. Kam es da zu gewissen Erwartungshaltungen für die neue Scheibe?

Markus: Natürlich möchte man immer das Beste aus sich herausholen und von diesem Standpunkt aus haben wir an uns selbst bestimmte Ansprüche gestellt. Das passiert allerdings eher unterbewusst und hat in unserem Fall weniger etwas mit konkretem Druck zu tun. Wir schreiben einfach darauf los und schauen, wohin die Ideen gehen. Im Verlauf dieses Prozesses filtern wir die entstandenen Songs oder Songteile schon quasi vorab, um im Endeffekt das in unseren Augen bestmögliche Resultat zu bekommen.

Und worin unterscheiden sich eurer Meinung nach „End Of Time“ und sein Vorgänger?

Markus: Da gibt es mehrere Ansatzpunkte. Zum einen hat sich die Produktionsweise von „End of Time“ im Vergleich zu „Invisible Walls“ verändert. Zum Beispiel haben wir diesmal Gitarren, Bass und Gesang selbst aufgenommen und waren daher nicht dem Zeitdruck im Studio unterlegen. Dadurch war es möglich, v.a. beim Gesang intensiver zu arbeiten. Ganz einfache Rechnung: im Studio standen uns beim Vorgängeralbum „Invisible Walls“ etwa acht Tage zur Verfügung, um den gesamten Gesangsteil einzusingen. Das baut natürlich Druck auf, denn Du weißt, das Ding muss jetzt sitzen. Diesmal haben wir hingegen insgesamt ca. vier Wochen am Gesang gearbeitet und konnten dementsprechend auch mal Pausen einlegen, wenn es nötig war oder Variationen besser ausarbeiten. Ein weiterer Unterschied liegt meiner Meinung nach auch darin, dass die Songs auf „End of Time“ noch eigenständiger klingen und die Platte insgesamt homogener wirkt. Zudem passt der etwas rauere Sound sehr gut zur Grundatmosphäre des Albums.

Über welche Themen handeln eure Lyrics?

Markus: Da wir bei „End of Time“ kein textliches Konzept verfolgt haben, werden in den Songs die unterschiedlichsten Themen behandelt. Ein zentraler Punkt ist mit Sicherheit das Thema „Verlust“. Es wird z.B. in den Songs „Dark poem“ und „Dreams died on the road“ aufgegriffen und beschreibt die Gefühle die man hat, wenn man eine wichtige Person aus seinem Leben verliert. Darüber hinaus arbeiten wir bei „The way back home“ die Thematik auf, dass man durch unseren hektischen Alltag heutzutage oftmals gar nicht mehr richtig weiß, wo man hingehört – wo man zu Hause ist. Alles in allem verarbeiten wir eben die Eindrücke aus dem Alltag und den Medien zusammen mit unseren eigenen Gedanken und hoffen, dass dabei etwas halbwegs Lesbares und Sinnvolles herauskommt.

Ihr habt ja schon mit diversen Bands wie Brainstorm, Morgana Lefay und Freedom Call auftreten dürfen. Mit welchen Gruppen würdet ihr euch sonst gerne noch die Bühne teilen? Und wie sieht es momentan bei euch generell mit Live-Shows aus?

Markus: Also im August (25.08.) erfüllt sich diesbezüglich bereits wieder ein Traum. Wir werden nämlich beim Summer’s End-Festival in Andernach zusammen mit Stratovarius und Evergrey spielen. Da freuen wir uns schon riesig drauf und können es kaum erwarten. Das wird der Hammer. Darüber hinaus werden wir im Juni bei unserer CD-Release-Party (16.06.) zusammen mit Lanfear spielen und haben dann noch einen weiteren Livetermin anstehen. Es werden mit Sicherheit noch einige Gigs dazukommen. Man darf gespannt sein.

Danke das war´s auch schon wieder von mir! Die letzten Worte gehören natürlich euch!

Markus: Nochmals vielen Dank für das Interview und natürlich vielen Dank an alle Leser, die bis jetzt durchgehalten haben. Hört Euch unsere neue Scheibe „End of Time“ an und checkt unsere Homepage unter www.destinationscalling.com. Wir sehen uns…

http://www.destinationscalling.com/
http://www.metalblaze.at/zine/?p=20260


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