69 Chambers - Interview mit Nina
Jun 14th, 2012 | Von Deathman | Kategorie: Interviews, Top-Story
Seit dem 2009 erschienenen „War On The Inside“ hat sich das Besatzungskarussell bei 69 Chambers ein wenig gedreht. Schlussendlich sieht es nun so aus, dass sich die Band beim neuen Werk „Torque“ als Trio präsentiert und es scheint fast so, dass dadurch das kreative Potential gebündelt wurde. Wir unterhielten uns mit Sängerin Nina über das neue Werk, die Zusammenarbeit mit Chirgel Glanzmann und darüber wie sie die Band eher taufen hätte sollen! Viel Spaß:
Hallo und vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst meine Fragen zu beantworten! Mit “Torque” erscheint nun euer neues Album. Wie verliefen denn die Aufnahmen?
Ich hatte schon vor einer Weile damit begonnen, neue Songs fürs zweite Album zu schreiben. Doch bis wir diese aussortiert, daran gefeilt und sie fürs Studio vorbereitet hatten, dauerte es eine Weile. Überhaupt hatte ich manchmal das Gefühl, dass wir nicht schnell genug vorankommen – aus terminlichen und finanziellen Gründen war’s leider nicht möglich, alles am Stück aufzunehmen. Zudem verbrachten wir diesmal sehr viel mehr Zeit mit den Details, auch, was den Gesang anbelangt. Aber jetzt ist es ja endlich da, das neue Album.
Seit der letzten Scheibe hat es ja innerhalb der Band einige Umstrukturierungen bei euch gegeben. Kannst du unseren Lesern darüber einen kurzen Überblick geben?
Ich hätte die Band auch gleich ‚Umstrukturierungen’ statt 69 Chambers taufen können – die gab’s in den letzten Jahren haufenweise. Während der Aufnahmen zum ersten Album gab’s schon etliche Line-up-Wechsel, erst nachdem alles im Kasten war fand ich mit Maddy Madarasz und Diego Rapacchietti zwei Mitglieder, um die Songs live umzusetzen. Später kam Tommy Vetterli – er war ja ursprünglich „nur“ der Produzent des ersten Albums – als Live-Gitarrist dazu. Was natürlich eine Riesenbereicherung war mit seinem Können. Die Bassistin Maddy musste uns vor einigen Monaten allerdings wieder verlassen, aus persönlichen Gründen, auf die ich nicht weiter eingehen kann. Und zunächst hatten wir eigentlich vor, sie zu ersetzen. Doch wir fanden niemanden, der musikalisch und persönlich passte – Tommy, Diego und ich stehen uns so nah, dass wir es nicht riskieren wollten, die gute Stimmung in der Band mit einem neuen Mitglied zu gefährden, das nicht passte. Also entschied ich zum Bass zu wechseln. So wurden wir auch wieder zum Trio. Aber ich denke, der Live-Sound hat darunter nicht gelitten, es klingt nun alles etwas roher, zudem kommt Tommy’s Gitarre besser zur Geltung. Wir werden häufig gefragt, ob das bloss eine Zwischenlösung sei, aber wir haben uns so entschieden und suchen definitiv kein neues Mitglied mehr.
Beim Song „Cause And Effect“ habt ihr mit Chirgel Glanzmann zusammengearbeitet. Wie kam es zu dieser Kooperation?
Tommy hat in seinem Studio das letzte Eluveitie-Album Helvetios produziert. Zu dieser Zeit waren wir gerade an der Preproduction zum zweiten 69 Chambers Album. Chrigel hörte zufällig einige Songs, und sie gefielen ihm. So entstand dann die Idee, ihn für einen Gastauftritt anzufragen – worauf er sofort zustimmte. ‚Cause and Effect’ hatte ich damals schon geschrieben, aber ich fand, dieser Song passte perfekt zu Chrigel. Es ist auf jeden Fall eine große Ehre, dass er auf dem Album dabei ist. Und übrigens auch im Video zu diesem Song, der demnächst erscheinen soll.
Was sind deiner Meinung nach die größten musikalischen Unterschiede zwischen der neuen Scheibe und dem Vorgänger “War On The Inside”?
Torque ist eine Weiterentwicklung des ersten Albums. Schon darauf mischten wir harten Rock mit eher poppigem Gesang, diese Extreme wollten wir auf dem zweiten Album noch stärker auf den Punkt bringen, schließlich ist es das, was uns auszeichnet. Der Sound ist nun sicher auch etwas moderner – die Grunge-Elemente sind vermehrt Metalriffs gewichen, gleichzeitig ist der Gesang vielfältiger. Ich habe hart an den Vocals gearbeitet, um stimmlich mehr Facetten zeigen zu können.
Wie sieht es Livemäßig bei euch in nächster Zeit aus?
Wir werden im Juli am Montreux Jazz Festival auftreten. Im Oktober spielen wir am Metal Female Voices Fest in Belgien. Daraufhin stehen einige Gigs in der Schweiz an, aber wir hoffen auf jeden Fall noch eine Tour für diesen Winter hinzukriegen. Die definitiven Daten werden jeweils auf 69chambers.com und unserer Facebook-Seite gepostet.
Vielen Dank! Die letzten Worte gehören natürlich dir!
Danke dir – und euch allen, die euch die Zeit nehmt, in unser neues Album reinzuhören!




Auf dem Montreux Jazz Festival? Nicht schlecht. Daran erkennt man wohl versierte Musiker, dass sie sich nicht durch Scheuklappen und Genregrenzen einschränken lassen. Hut ab.