Nova Rock 2012 Tag 3
Jul 4th, 2012 | Von Gastautor | Kategorie: Livereports, Top-Story
Zum ersten Highlight am Final Tag vom Nova Rock luden die Franzosen von Gojira. Eine Band die für Leute die nicht aus der Metal Szene kommen eher unbekannt ist, und spielten ihr Set mit sehr viel Wucht und Energie, so dass man guter Dinge sein kann, dass sich dieser Status bald ändern wird. Die über Nacht umgebaute Bühne für die angekündigte extravagante Show von Metallica wurde beinahe von Sänger Joe Duplantier und seinen Kollegen während der Show im Marathon-Stil auf und abgerannt. Außer Atem kamen sie dabei nicht, im Gegensatz zu den Besuchern die mit voller Energie zeigten, dass das was ihnen hier geboten wurde, gefällt. Dass As I Lay Dying gefällt, weiß man schon länger und ein dementsprechender Zuseher-Andrang war bei der Blue Stage zu verzeichnen. Die Hardcore Metaler aus dem sonnigen Kalifornien, was man an diesem Tag vom Wetter in Nickelsdorf nicht behaupten konnte, machten wie erwartet gute Stimmung, die das Publikum mitreiste und nie an Wert verlor. Dass die Bühne umgebaut wurde hatten auch sie bemerkt und nutzten die deutlich größere Arbeitsfläche dementsprechend aus. Nach doch sehr harter Musik, denen die Zuhörer würdig Tribut zollten aber dementsprechend auch einiges abverlangte, sehnte man sich nach Entspannung, aber nicht zu viel. Und wie könnte man das bessere erreichen als mit Turbonegro. Die Norweger baten zur Rock´n´Roll Sause auf der Red Stage und mit viel Witz aber doch hartem Rock präsentierten sie sich 50 Minuten lang sehenswert und nebenbei erwähnte Sänger Tony Sylvester, das geheime aber doch offensichtliche Motto des diesjährigen Festivals: „You got wasted on friday, you got waisted on saturday. So what are you going to do today? You get wasted again!“ Neben Wasted Again spielten Turbonegro weitere ihrer Hits und das Publikum bedankte sich nach einer soliden Show artig mit Applaus.
Wer bis dato noch nicht auf die finale Show der Festivals von Metallica sehnsüchtigst gewartet hatte, tat das ab jetzt. Die Zeit wurde vertrieben mit einem kleinen Einkaufsbummel auf der ansässigen Shoppingmeile, oder einer kurzen Stärkung bei überteuerten Essenständen, oder mit Diskussionen über die doch eher komischen und verwirrenden Anweisungen die das Security- Personal zu Folge zu leisten hatte. Wenn man dies erledigt hatte konnte man auch auf die Suche nach der gestohlenen Gitarre von Limp Bizkit gehen oder aber den Ska Punk Klängen von Mad Caddies lauschen. Im Kontrast Programm gaben sich Oomph und Mastodon die Ehre und stimmten das Publikum auf ein weiteres Highlight ein: Slayer. Diese zeigten sich routinierte und sind noch lange nicht müde, so wie die Besucher die langsam die Ungeduld erfasste und auf Metallica warteten. Doch bevor es zu diesem angeblichen Spektakel kommen sollte, hatten Insider einen Geheimtipp für dieses Jahr gegeben: Roterfeld. Ein junger aufstrebender Singer/Songwritter mit Band der auf der Abschalten jetzt! Stage sein Nova Rock Debüt gab. Mit einer dramaturgisch hochwertigen, melancholisch, düsteren Show, an der man aber doch erkennen konnte das Aaron Roterfeld und seine Band Spaß daran hatten. Mit einer gewissen Arroganz und Selbstbewusstheit zelebrierten sie ihre Show die unangenehmer weise sich mit dem Auftritt von Slayer überschnitt. Was man aber auch positiv sehen kann, da die Festival Besucher die auf den Weg zur Blue Stage waren an der Abschalten jetzt! Stage vorbeikamen und so diese doch auf seine Weiße andere Show sahen, für das ein oder andere Lied stehen blieben und es auf sich wirken ließen. Die Zeit die sich die Besucher an der Abschalten jetzt! Stage nahmen, konnte Roterfeld am besten damit erklären, dass:“ So viel Zeit sein muss, in einer Zeit wo Fernsehsender nicht ein Mal den Abspann zeigen.“ und verharrte im Stillen bis der letzte Akkord verklungen war.
Der letzte Akkord war auf der Abschalten jetzt! Stage verklungen und schon hörte man die nächsten von der Red Stage. Bosshoss gaben sich die Ehre
die mit ihrem Country Rock das Publikum mit Peitschen und Gitarren und diversen anderen Country-Instrumenten zu beglücken versuchten und dies auch eindrucksvoll schafften. Schon so wie am Vortag Everlast es bewiesen hatte, dass zu einem Nova Rock nicht nur harte Musik gehört, sondern auch relaxte Sachen und diese positiv aufgenommen wird , machten es Bosshoss ihnen gleich und versetzten das Publikum gedanklich nach Texas. Von Texas und der dort brütenden Sonne ging es in das kalte aber doch freundliche Finnland mit Nightwish. Angetrieben von der verzauberten Stimme von Frontfrau Anette Olzon lieferten sie eine eindeutig gute Show, die auch die vielen Besucher mitriss, die eigentlich nur gekommen waren um sich einen guten Platz für Metallica zu sichern. Viel Nebel und sonstigen Spezialeffekte sorgten für eine pompöse Bühnenshow, die anscheinend Geschmack auf Metallica machen sollte. Dann war essoweit und das lange Warten sollte sich bezahlt machen. Das große Finale mit Metallica war heran gebrochen. Doch ließen die Metal Giganten mehr als eine halbe Stunde auf sich warten, denn sie wollten doch eine makellose und perfekte Show liefern und so wurde jedes Mic vierfach gecheckt. Was wiederum Zeit in Anspruch nehmen kann, wenn man auf der Bühne verteilt 11 davon positioniert hat. Nach kurzen Doku-Clips enterten die vier Amerikaner die Bühne und bewiesen, dass sie Routine haben und ein vernünftiges Set spielen können. Von Frontman James Hetfield oder Gitarrist Kirk Hammett, die sich ständig in Bewegung hielten, fehlte jegliche Motivation, nur Schlagzeuger Lars Ulrich bekannte sich als Rampensau und peitschte, penetrieret sein Drum-Set im Sitzen oder Stehen. Auch Affen Bassist Robert Trujillo spielte eine nette Nebenrolle in diesem Spektakel, sodas wenn er nicht da gewesen wäre man ihn vermisst hätte. Zur von Anfang an angekündigten bombastische Show gehörten auch die Breaks, die mit retrospektivischen Clips an den Videowalls gezeigt wurden,welche Metallica nicht als Urgestein und Giants of Metal zeigten, sondern, dass die netten Herren langsam alt werden und auf ihre jungen erfolgreichen Tage zurücksehen. Erfolgreich waren sie bei diesen Auftritt am Nova Rock allemal und konnten knappe 50.000 Besucher in ihren Banne ziehen, mit all ihren Klassikern und kompletten Black Album. Doch trotz ausgeklügelter Show mit Metallica gebrandeten Wasserbällen, Feuerwerk und Feuer, blieb nur Rauch der sich nicht besonders tief ins Gedächtnis einbrannte.
Nachdem Metallica alles an pyrotechnischen Spaß in die Luft gejagt hatte und mit Seek and Destroy einen Schlussstrich setzte, kam es nach gebührenden Applaus der Besucher zum gewohnten Abschlussfeuerwerk des Nova Rock, das imposant und aber trotzdem freundlich wirkte und einlud nächstes Jahr wieder zu kommen.



