Extremefest 2012 St. Pölten - Teil 2

Jul 24th, 2012 | Von Deathman | Kategorie: Livereports, Top-Story

Vollkommen erschöpft von der letzten Nacht, aber aufgrund des heutigen Line-Ups durchwegs motiviert, kroch ich, irgendwann am Morgen, mit wirrem Kopf aus dem Zelt und beging gleich mal einen fatalen Fehler: Ich ging Barfuß! Da wie schon erwähnt am ganzen Camping Areal überall Glasscherben lagen, dauerte es natürlich nicht lange, bis sich einer in meiner Fußsohle befand. AUUUUAAA! Aber schließlich sind wir hier nicht irgendwo, sondern am Extremefest und da steckt man sowas ja locker weg ;-)

Die Hitze jedoch konnte ich nicht gar so leicht verkraften, weswegen es mehr als eine Wonne war endlich ein wenig abzukühlen. Erschöpft und fertig schleppten wir uns also unter ärgsten Anstrengungen in die Haupthalle vor, um uns die deutschen Death Metaller von Dawn Of Disease zu geben. Leider konnte sich zu dieser frühen Uhrzeit nur eine Handvoll Leute motivieren, sich das Schauspiel anzusehen. Als dann der Song „Knife Vs Flesh“ ertönte war ich gleich ziemlich begeistert, musste aber mit Bedauern feststellen, dass dies nur der Soundcheck war… Naja so richtig los ging es schließlich mit „Long Live The Dead“. Schlussendlich bekam ich doch noch „Knife Vs Flesh“ zu hören und merkte, dass sich doch noch ein paar Fans einfinden konnten. Soll recht sein, denn dieser Band ist es eh zu gönnen!

Ein riesen großes Problem auf so ziemlich jeden Festival ist, dass man sich einfach zu viel an Bands vornimmt und es einfach nicht schafft sich alle anzusehen… Auch bei den Trashern von Gama Bomb und den Deathlern von Aborted konnte ich leider nicht in der Halle sein, was aber weder an fehlender Motivation, noch an einer spontan einsetzenden Trinklust lag. Der Grund war einfach das Wetter! Gegen späten Nachmittag fing es derart zu stürmen an, dass es einige Zelte und Pavillons, die wegen des steinigen Bodens nicht ordnungsgemäß befestigt werden konnten, davon wehten. So mussten auch wir uns fast zwei Stunden abplagen unsere Zelte zu retten. Sehr extrem also!

War es der einsetzende Regen, der die Leute nachher in die Halle trieb, oder doch Milking The Goatmachine? Jedenfalls fanden sich eine menge Leute bei der Performance der Band ein. Mit Songs wie „Goat On The Water“, „Surf Goataragua“, „Ding Dong Motherfucker“ und einigermaßen lustigen Ansagen, heizte man ordentlich ein, was die Fans brav mit Pommesgabeln belohnten. Zum Abschluss gab es sogar noch eine ordentliche Wall Of Death.

Ebenfalls nicht ganz so extrem wie der Rest, aber doch eine ziemlich gute Abwechslung boten anschließend die russischen Pagan Metaller Arkona. Dabei zeigte sich die Truppe rund um Frontfrau Masha in Topform und konnten die Leute in Feierlaune versetzen. Geboten wurden hauptsächlich Sachen vom neuen Album „Slovo“, was aber bei den Fans ziemlich gut ankam und ältere Songs nicht wirklich vermissen ließ. Feine Sache!

Und der Panzer rollt mal wieder! Marduk machen sicher nichts falsch aber nachdem ich die Band schon ein paar Mal beobachten durfte, muss ich sagen, dass die Kette schon etwas locker am Fahrzeug sitzt. Soll jetzt aber nicht heißen, dass die Band nicht überzeugen konnte, aber jetzt kann ich mal eine Zeit ruhig auf sie verzichten.

Eins meiner absoluten Highlights auf diesem Festival waren zweifelsohne Cannibal Corpse! Aber wen wundert es auch schon, wenn man sich mal vor Augen führt, über welches Repertoire an Krachern die Band verfügt? War ich am Anfang diesen Jahres auf der Full Of Hate Tour vom schwachen Sound doch ein wenig enttäuscht, konnte ich hier endlich beruhigt meine Rübe schütteln (zwar nicht so wie Frontgrunzer George „Corpsegrinder“ Fischer, aber an dem kann sich eh niemand messen). OK ich muss zwar zugeben, dass die Band eh fast immer gewohnt auf hohem Niveau daherkommt, aber schließlich handelt es sich um Cannibal Corpse!

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3 comments
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  1. Canibal Corpse würd ich mir liebend gern auch mal reinziehen, allerdings mu ich gestehen, daß mir ein Komplettes Festival in diesem Härtegrad dann doch zuviel würde… Das ist ein Bisschen schade an den Death Metal Bands, man kriegt entweder nur Extreme Bands oder gar nix, ein Bischen abwechslung wäre da nicht verkehrt.

  2. @Haudruff: Ich weiß nicht wie weit du es bis Unterfranken hast, aber bei dem Kriterium kann ich dir das Eisenwahn empfehlen. Insgesamt zwar recht Death Metal-lastig, aber zwischendrin auch mal ein paar weniger “extreme” Bands, letztes Jahr hatten sie dort z.B. Tankard als Co-Headliner.
    Nächstes Jahr fahr ich auch wieder hin und schreib drüber.

    Mein Bier wäre das Extremfest allerdings weniger gewesen, ich habs nicht so mit Black Metal ;)

  3. @capitano: Gemessen an allen Bands waren die BM Sachen aber eh in der Unterzahl ;)