Seventh Angel - The Dust of Years
Okt 19th, 2009 | Von Agarr | Kategorie: Kritiken
“Dust Of Years”, welch passender Name, wenn man sich nach 15-jähriger “Pause” zurückmeldet und den MeHes beweisen will, dass man es noch immer draufhat.
Die etwas älteren Leser werden sich an die Herren vielleicht erinnern, und vor allem auch daran, dass der Stil dieser Briten bereits damals träge und zäh war. Diese Atmosphäre hat sich nicht sonderlich geändert und auch auf dem neuen Silberling “Seventh Angel” bestimmen doomige Riffs und Depri-Momente den Laufschritt. Hervorzuheben ist an dieser Stelle der Gesang, der von leicht-trockenen Growleinlagen zu Cleanvocals wechselt und manchmal von weiblichen/männlichen Hintergrundstimmen unterstützt wird. Bis auf wenige Passagen ist diese Variation durchaus gut und weiß zu gefallen.
Die hochgelobten Thrash-Elemente sind zwar vorhanden, aber im Prinzip ist dieses Album nicht eindeutig zu definieren. Es gibt vereinzelt Momente, die von kantigen und schnellen Riffs beherrscht werden (natürlich auch Soli!), aber im Grunde wird in der restlichen Zeit schleppend dahingezockt, bis so ziemlich jeder Zuhörer anfängt über sich, das Leben und den Sinn des Daseins zu grübeln: “Wo sind bloß meine Antidepressiva?”. Gut vergleichbar mit den Schweizern von Celtic Frost.
Ein Anspieltipp ist ganz klar “Lamentations”, das sich zwar der restlichen, trübenden Atmosphäre unterwirft, aber dennoch “lebendiger” und “strahlender” wirkt, was vor allem an den ohrwurmtauglichen Grundmelodien liegt.
Was die Herren in dieser 15-jährigen Pause getan haben, weiß ich nicht. Aber das gemeinsame Spielen haben sie nicht verlernt und mit “The Dust of Years” ein solides aber definitiv kein perfektes Comeback-Album erschaffen. Freunde von doomig, leicht thrashigen Musikergüssen können mal reinhören.












