My Own Grave

Okt 23rd, 2009 | Von perke | Kategorie: Interviews, Top-Story

In Schweden hat man es als Death Metal Band definitiv schwer sich durchsetzen zu können. Aber es gibt immer wieder neue Bands, die genau dies schaffen und die Herren von “My Own Grave” gehören seit dem neuen Album “Necrology” ganz klar dazu. Guter Grund mit dem Sänger ein kleines Frage-Antwort-Spiel zu führen.

Dein Album ist mehr als nur geil! Bist du persönlich zufrieden mit “Necrology”, oder denkst du man hätte noch mehr herausholen können?

Ich bin sehr zufrieden. “Necrology” ist meiner Ansicht nach bei weitem besser ausgefallen, als die älteren Werke. Das heißt jetzt aber nicht, das dieses alte Zeug schlecht ist! Schlecht sind sie definitiv nicht, aber beim neuen Album kommen die tragenden Elemente, die bereits bei früheren Scheiben vorhanden sind, besser zu Geltung.

Wie war die Studiozeit? Hat alles geklappt, oder gab es Probleme?

Es ging eigentlich ganz flüßig und problemlos dahin. Dies war unser erstes Fulllength-Album, das wir komplett alleine in unserem Studio mit John (Schlagzeug) aufgenommen haben. Dieses Verfahren haben wir bereits bei unserer letzten MCD benutzt, aber bei einer Fullength-Scheibe vervielfacht sich die Arbeit enorm.
Das Gute an dieser Methode ist, dass man an keine Zeitlimits gebunden ist und somit auch für Aufnahme-Sessions keinen Urlaub nehmen muss, da wir das gemütlich nach unserer “zivilen” Arbeit in der Freizeit erledigen können.Ausserdem war die Zusammenarbeit mit Dan Swanö, der das Album finalbearbeitet und geschnitten hat, auch ein Wahnsinn und das werden wir bestimmt wieder einmal machen. Das, was er mit dem Sound angestellt hat, ist einfach nur purer fucking Death Metal!

"Als die Band 2001 gegründet wurde, war so etwas wie "Emo" und ähnliche Scheisse noch gar nicht bekannt"

Das ist euer zweites, richtiges Album. Gibt es größere Unterschiede zum ersten?

Ja, es gibt einen großen Unterschied. Der wohl größte ist die Entwicklung von Thrash/Melodic Death Metal zu einem klaren Death Metal. Natürlich gibt es noch hier und da einzelne thrashige Elemente aus den alten Zeiten. Man kann nie falsch liegen mit einer kleinen Slayer-Anbetung, aber das ist nun deutlich in den Hintergrund gerückt.
Ein weiterer Unterschied ist mein Gesangsstil, der sich verändert hat. Gänzlich verschwunden sind somit diese hohen gepitchten Schreie, wie bei At The Gates, und ersetzt durch traditionsbewusste Growls.

Gibt es eine kleine Geschichte dazu, wie ihr auf die Titelmelodie gekommen seid? Diese erscheint ja in mehreren Songs und ist eine der besten, die ich in meinem Leben gehört habe.

Ich glaube Stefan kam auf diese Melodie, als wir noch das erste Album aufgenommen haben. Ironischerweise dachten wir damals, sie klinge zu melodiös. Somit haben wir die Melodie beiseite gelegt, bis wir mit Necrology angefangen haben. Und so wie es sich entwickelt hat, ist Unleash definitiv das melodiösere Album. (lacht)

Wie seid ihr eigentlich zusammengekommen?

Anders, Max und John haben die Band 2001 gegründet. Kurz danach folgten Sänger Ramin und der zweite Gitarrist Stefan. Drei Demos haben sie mit diesem Lineup aufgenommen.Dadurch dass sie das Gefühl hatten Ramin würde sich nicht mit der nötigen Energie in das Projekt reinhängen, mussten sie ihn gehen lassen. Und genau am selben Tag bin ich zur Band gestoßen. Ein viertes Demo wurde noch aufgezeichnet, eine MCD folgte und schließlich die zwei Fulllength Alben.

Warum dieser emo-haftig klingende Bandname “My Own Grave”? ;)

Als die Band 2001 gegründet wurde, war so etwas wie “Emo” und ähnliche Scheisse noch gar nicht bekannt, oder zumindest bekamen wir nichts mit. Woher hätten wir wissen sollen, dass bald jede beschissene Band auf MTV mit kurzen, schwarzen Haaren, Oropax in den Ohren, schwarzen Shirts und roten Krawatten und Schrei/Clean-Gesängen oft Bandnamen bestehend aus drei Wörtern hätten? Und dass dieser Mist sogar populär wird? Ich denke, ich kann mit Sicherheit sagen, dass wir diesen Namen nicht gewählt hätten, wenn wir heute die Band gegründet hätten. Aber versprechen kann ich euch, dass wir unseren Namen sicherlich nicht mehr ändern werden. Die sind diejenigen, die beschissen sind, nicht wir! Naja, auf jeden Fall denke ich wir hätten einen simpleren Namen gewählt, wie Grave zum Beispiel. Oh warte?!

Wie würdest du eure Musik unseren Lesern erklären bzw. beschreiben?

Death Metal! Es ist im Prinzip tatsächlich so einfach. Aber wenn du es unbedingt in einzelne Stücke analysieren willst: Wir spielen einen Death Metal, der stark beinflusst ist von der schwedischen Oldschool-Szene, allerdings auch mit kleinen Elementen von Suffocation, Slayer, Bolt Thrower, Deicide usw. Wir mögen es diese Einflüsse anderer Bands, die wir privat hören, miteinzubeziehen - egal ob es jetzt Death, Thrash oder manchmal Black Metal ist. Die Basis ist und bleibt aber Death Metal.

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Ist eine größere Europatour geplant, oder sogar Festivalauftritte?

Yeah, wir haben tatsächlich eine Tour im Februar geplant und zwar mit unseren Freunden von Demonical und den finnischen Grindcorlern von Deathbound. Wir haben uns viel Mühe gegeben und das Billing lässt sich sicherlich sehen lassn. Nur Top-Qualitätsbands natürlich. Solltet ihr noch nichts von denen gehört haben, dann informiert euch, und zwar geschwind!
Festivalmäßig gibt es auch bereits ein paar Pläne, allerdings ist noch nichts zu 100% sicher, deshalb möchte ich jetzt noch nichts ankündigen. Aber ihr könnt euch sicher sein, dass wir unterwegs sein werden und sowohl uns als auch die Fans mit unserer Musik ordentlich verprügeln werden.

"Diese Idiolisierung hat mir noch nie zugesagt, Leute!"

Einer unserer Leser möchte wissen, wie du dir deinen mächtigen Mustache pflegst!

Hahahaha! Ich pflege ihn mit Liebe und Geduld, allerdings benötigt ein Schnurrbart, wie dieser, eine strenge und solide Erziehung! (lacht)

Und nun ein paar kurze Begriffe - sag mir einfach das erste, was dir dazu einfällt!

Grave (die Band):

Diese ersten paar Alben mit Jörgen als Sänger sind einfach Death Metal Klassiker, keine Frage. Nachdem er die Band allerdings verließ, habe ich irgendwie das Interesse verloren. Aber man hört nur Gutes vom neuen Material, somit werde ich mir das doch wohl anhören müssen.

Lieblingsbier:

Kilkenny und Newcastle. Aber wenn es um Bier geht, dann trinke ich alles, egal welche Marke.

Roman Polanski:

Ist das nicht der, der wegen Vergewaltigung verhaftet wurde? Schöne Scheisse muss ich sagen. Einige seiner Filme mag ich.

Schweinegrippe:

Schon erlebt. Urgh!

Idole.  Sind sie wichtig?

Nein, absolut nicht wichtig. Diese Idiolisierung hat mir noch nie zugesagt, Leute! Natürlich habe ich als kleiner Bub Black Sabbath vergöttert, aber ich nenne sie nicht Idole.

So, wie üblich gehören die letzten Worte euch. Wollt ihr den österreichischen Fans noch was mitteilen?

Danke dir! Geht und checkt unsere Seite www.myowngrave.com und myspace.com/myowngraveyard. Man sieht sich da draußen, ihr Sickos! Prost!



Come To The SUMMER BREEZE Open Air!

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