Swarrrm - Nise Kyuseishu Domo (Thee Imitation Messiahs) (2003)
Feb 18th, 2010 | Von
perke | Kategorie: Kreuzfeuer
Was haben Japaner, Grindcore und der Pate gemeinsam? Ganz einfach – das Intro zum ersten Song (klick mich!) von Swarrrms Meisterwerk „Nise Kyuseishu Domo (Thee Imitation Messiahs)“. Man schließe die Augen und stelle sich vor man liege irgendwo in Sizilien am Strand, ein eisgekühlter Lemoncello in der Hand, genießt das Rauschen des Meeres und dann kommt es aus dem Nichts: Grunz – Pause – Grunz – Stille – Grunz, Grunz, Kotz, Kotz, Grunz, Würg, … Willkommen in der Welt von Swarrrm!
Wo Mr. Gagas Brutal Death Formationen ihr Genre (noch?) ernst nehmen, haben Grindcore Bands schon vor langem eines erkannt: sinnlose Brutalität muss sinnlos sein und bleiben. Diese Japaner aus Kobe haben sich dies zu ihrer Lebensphilosophie auserkoren, denn was hier abgeht ist einfach nur krank – so krank, dass es wieder lustig ist. Richtig gehört: „Nise Kyuseishu Domo“ (Was für ein Zungenbrecher) ist der reinste Spassfaktor – sofern man das Gegrowle … äh… Herumgekotze und –gewürge des Sängers aushält. Was einem musikalische erwartet? Viel Groove, viel Punk, viele abrupte und lustige Songstrukturen und vieles mehr! Bei manchen Songs könnte man gar meinen sekundenlang den Hauch einer Atmosphäre rauszuhören.
Wie auch immer: Swarrrm sind unbekannt, aus Japan und machen den kränksten und lustigsten Grindcore der mir je untergekommen ist. Gesang kann man das nicht nennen, aber genau das macht diese Swarrrm-Formation auch aus: Sinnlosigkeit bis zum „geht-nicht-mehr“.
- Myspace
Senf der Redaktion
Lobö -
Swarrrm trotzen zwar nicht vor feinsinniger Subtilität, aber einen gewissen Unterhaltungswert kann ich diesen "professionellen" Japanern durchaus abgewinnen. Besonders der Gesang hat es mir mit seinen lebensnahen Geräuschlandschaften angetan. Live dargeboten, 2 Promille vorausgesetzt, kann mich solche "Musik" schon begeistern.
Deathman -
Schön langsam frage ich mich echt, was man so eigentlich als Musik bezeichnet. Schöne Klänge jedenfalls nicht, wie es aussieht. Zwar mag sich der "Gesang" wirklich ans Kotzen orientieren, aber ich muss zugeben, dass dieser Müll durchaus seinen Reiz hat. Besonders zu empfehen, wenn man mal für ein paar Minuten Hirntot sein möchte oder einfach nur sinnlosen Lärm hören möchte ;)
Agarr -
Ich stell' mir das mal aus Sicht eines Japaners vor: Ich schufte in der Schule wie ein Verrückter, gehe dann evtl. studieren, um dort noch mehr zu schuften. Und dann darf ich endlich arbeiten gehen. Viel arbeiten - gleichzusetzen mit viel Stress. Da ist so abreagierende "Musik" wie Swarrrm wirklich ganz nett. Für uns verwöhnte und faule Europäer möge diese Tatsache nicht für alle zutreffen. Eigentlich nur für die, die keinen Musikgeschmack haben und selbst beim kleinsten Quitsch-Geräusch eines geschobenen Sessels meinen: "Boa, geiler Sound". Auf Kochtöpfe herumtrommeln und dazu herumschreien. Das schaff sogar ich, somit KANN mir das gar ned gefallen!
Lord Haggard -
Und wieder einmal ist für mich bewiesen, dass es keinen Gott gibt. Den der würde so etwas sicher nicht zulassen. Sinnlose Songstrukturen und doch sehr lächerliches Gegrunze und Geschreie machen die Musik von Swarrrm aus. Mit "sinnloser Brutalität" geb ich perke recht, doch es bleibt für mich auch sinnlos so eine Gülle anzuhören. Die kurzen atmosphärischen Momente hab ich aber auch entdeckt und für gut befunden.