One Man Army & The Undead Quartet - Grim Tales

Mai 1st, 2009 | Von Selfdetonator | Kategorie: Kritiken

Seitdem ich diese Schweden-truppe rund um Ex-The -Crown-Sänger Johan Lindstrand zum ersten Mal als Vorband live im leider schon still gelegten Planet gesehen habe, konnte ich mich stets von deren Musik mitreißen lassen. Das ist wahrer Arschtritt-Sound in Midtempo-Gefilden eines Death Metal mit thrashigen Einlagen. Nach dem Debutalbum „21th Century Killing Machine“, welches bombastisch einschlug und zumindest bei mir persönlich nach wie vor immer wieder den Weg in die CD-Lade findet, folgte „Error In Evolution“ ein Jahr später. Und hat vergleichsweise ein wenig enttäuscht.
Umso freudiger ist die Tatsache, dass der neue Silberling „Grim Tales“ um einiges ernsthafter wirkt als sein Vorgänger. Die Tracks sind etwas komplexer aufgebaut, bieten aber nach wie vor sowohl eingängige, groovige Passagen wie gewaltige Riffs, die dank vollstem Sound und der richtig gewählten Geschwindigkeit auch branchenfremde Individuen zum Haare Schütteln animieren mögen. Sehr gute und kreative Gitarrensoli werden an ausgewählten Stellen zwischen die Riffs eingespritzt und dopen das Konstrukt in positivem Sinne. Dazwischen bekommt man hin und wieder ruhigere mit schönen Melodien versehene Parts zu hören, dann gibt man wieder kurzzeitig Vollgas per Doublebass, pendelt sich aber immer wieder in der Mitte ein, wo eben dieser beeindruckende Groove daheim ist. Die Produktion tut das Ihrige, alle Tonlagen blasen durch die Boxen wie ein Schnellzug durch einen verlassenen Bahnhof.
Generell gesehen ist es eigentlich nichts Neues, thrashigen Death Metal zu spielen, aber bei One Man Army & The Undead Quartet (nein ich kürz das nicht ab) ist es etwas mehr als das: Sie scheinen den genannten Musikstil zu praktizieren, auszuleben – und auf Bühne schaffen sie es, die Leute in Bewegung zu halten und mit astreinen Performances zu erstaunen. Man spürt einfach, dass es denen taugt. Und spätestens durch „Grim Tales“ sollte diese Band nicht mehr als „The Crown“- Nachfolgeband, sondern als eigenständige Truppe gelten, die es echt drauf hat. Denn selbst nach mehrmaligem Durchlauf kann ich nichts bekriteln. Grandioses Werk und Pflicht für mehr als nur die überzeugten Anhänger dieser Rubrik.

Rating:
★★★★★

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