Metalfest 2010

Jun 8th, 2010 | Von perke und Lord Haggard | Kategorie: Livereports, Top-Story

Das ehemalige Summer Nights ist für einen gebürtigen Innviertler Metalhead (Lord Haggard) und einen Erstbesucher (perke) sowieso ein Pflichttermin. Bei dem heuer gebotenem Line-Up war das sowieso eine Selbstverständlichkeit zugegen zu sein. Unter den 90 spielenden Bands sind natürlich auch immer Kandidaten dabei, die man nicht unbedingt sehen will (oder schon gesehen hat), doch was wäre die Welt ohne Geschmacksunterschieden?! Da das Metalfest 2010 einen guten Mix unserer Metallandschaft bot, konnte ein jeder auf seine Kosten kommen  … sofern er/sie nicht zu betrunken war ;) (Lord Haggard/perke)

Donnerstag

Auf Grund anderweitiger Verpflichtungen wurde die Napalm Records Labelnacht am Mittwoch ausgelassen und die Anreise erfolgte erst gegen Mittag am Donnerstag. Nach kleinen Unstimmigkeiten mit den Pressekarten wurde das Lager aufgeschlagen, schnell das erste Bier getrunken bevor ich mich aufs Gelände begab um SHINING zu sehen, die man bereits vom Campingplatz anfangen hören konnte. (Lord Haggard)

Für die meisten weiblichen Besucher ein Hingucker schlechthin!

Wie Lord Haggard vermochte es auch ich nicht schon am Mittwoch anwesend zu sein, da ich meinen beruflichen Pflichten nachkommen musste. So konnte ich erst am Donnerstag anreisen und gleich bei der Ankunft hat es mich schon leicht geärgert nicht früher weggefahren zu sein, da ich aus dem Autofenster die ersten Klänge von Manegarm hörte, die ich unbedingt sehen wollte. Tja, doch bis die eigenen Leute ausfindig gemacht wurden und Karten abgeholt wurden, hörte ich schon die nächste Band. Das konnte dann nur eines heißen: Das erste Bier muss her, hehe!  (perke)

Bei SHINING kommt es mir vor, dass man Glück haben muss um eine tollen Gig zu sehen. Open Air scheinen sie auch immer etwas schwächer zu sein, als bei einer Clubshows. So war der Auftritt leider etwas unmotiviert und deswegen konnte trotz der tollen Songs Niklas Kvarforths Truppe nicht ganz überzeugen. Auch wenn der Schreiber dieser Zeilen bei „Claws of Perdition“ schon mal seine Stimmbänder ziemlich beanspruchte. Die Soundprobleme halfen dem Auftritt auch nicht unbedingt. Leider hatten die meisten Bands mit einem zu leisen Sound und anderen Problemen zu kämpfen.

DEATH ANGEL drückten danach aufs Gaspedal und lieferten eine ordentliche Portion Old School Feeling ab. Die Stimmung stieg mit jeder weiter Song-Granate und die alten Herren zeigten den Nachwuchsbands wie man ordentlich thrasht. So muss es sein!

Die nächste Band über die es wichtig ist ein paar Worte zu verlieren war SEPULTURA. Die Thrash Legenden fuhren natürlich einen Klassiker nach dem anderen auf um der Meute einzuheizen. Das war auch bitter nötig, denn der bereits zuvor begonnene Nieselregen kühlte die Stimmung deutlich. Doch viele ließen sich den Spaß nicht verderben und bangten durch das Set bis zum abschließenden „Roots, Bloody Roots“ bei dem die gesamte Meute mitgröhlte. SEPULTURA hätten auch gerne später spielen dürfen.

URGEHAL könnten danach leider nur verlieren. Besonders der viel zu leise Sound und der nervende Regen waren Gründe für mangelnde Begeisterung. Einige Gäste waren aber anscheinend nicht solche Pussies wie ich und feierten den Black’n’Roll der Norweger durchgehend ab. Ich fand‘s allerdings sehr schade, dass die Band nicht ihr volles Potenzial entfalten könnte und verfluchte nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal die Männer an den Soundreglern.

Ohne dem obligatorischen "TNT" geht's schon mal garnicht!

Bei SIX FEET UNDER gibt’s Hausmannskost. Nicht sonderlich aufregend, schon hundert Mal gesehen, aber zumindest schmeckt es! Oberkrümelmonster Chris Barnes grunzt und quiekt sich die Seele aus dem Leib wie es sonst keiner kann und dazu gibt’s simple Death Metal Riffs die sofort die Nackenmuskulatur animieren den langhaarigen Schädel auf und ab zu bewegen. Routinierte Show die mit dem obligatorischen AC/DC Cover „TNT“ ihren Schluss und zugleich Höhepunkt fand. (Lord Haggard)

DECAPITATED waren für mich fast schon der Hauptgrund aufs Metalfest zu fahren. Umso enttäuschter war ich von deren Auftritt. Wenige Wochen vorher sah ich auf Youtube einen Liveausschnitt, wo sie ihre Live-Qualität zeigen konnten, doch hier fehlte es am nötigen harten Sound und die Auswahl der Songs war auch nicht gerade eine, an der ich mich erfreuen konnte. Ich hätte mir mehr Sachen von „The Negation“ und „Winds Of Creation“ gewünscht, aber man kann im Leben eben nicht alles haben.

Bei BEHEMOTH stand ich zufällig am Rande des Fotograbens, sodass ich zwar keinen guten Blick auf die Bühne hatte, doch einen umso besseren Sound, der hier einwandfrei in meine Ohren wanderte. Im Gegensatz zu Freunden, die in der Menge standen und nach der Performance nur ein Gesprächsthema hatten: der Sound hat nicht gepasst! Da hatte ich wohl echt noch Glück gehabt, direkt bei den Boxen gestanden zu haben. Zur Performance selbst kann ich nur sagen: typisch Behemoth! Sie ziehen ihre Sache in guter Qualität durch und den Leuten gefällt’s. (perke)

Nergal weiß sich immer in Szene zu setzen.

Die Band auf die ich mich am meisten freute war TWILIGHT OF THE GODS. Die Allstar Bathory Tribute Band hatte die Chance der absolute Höhepunkt des Festivals zu sein. Doch leider blieben sie weit hinter den Erwartungen zurück. So vermochte die Band den großartigen Songs keine Seele einzuhauchen. Auch die eigentlich über jeden Zweifel erhaben Stimme von Alan Neamtheanga wollte nicht so recht passen. Die Stimmung blieb durch das gesamte Set hindurch im Keller. Ein sehr, sehr feuchter Keller.

Die letzte Band des Abends war dann RIGER. Allerdings auf der kleinen Bühne im Zelt, doch hier war man wenigstens im Trockenen und der Sound war angenehm laut. So war es für die Band leicht, die durchnässte Menge zu anzuspornen den Folk Black Metal der Band abzufeiern. Ein würdiger Abschluss des Tages!

Freitag

Der Freitag begann mit Schmerzen. Im Kopf, aber vor allem in der Schulter, da ich geschickterweise die Nacht auf dem Rücksitz meines Autos verbracht hatte und mich dadurch total verzogen hatte. Anscheinend hat die Kraft nicht mehr bis zum Beifahrersitz gereicht auf dem ich eigentlich schlafen wollte…

Auch hatte es die ganze Nacht durchgeregnet, was die Stimmung am Campingplatz nicht wirklich hob. Einige traten sogar schon jetzt die Heimreise an. Doch ein echter Metaller hält sowas aus und trinkt einfach mal ein Bier. Auch wenn man dafür fast eine Stunde braucht….

Das Festivalgelände glich mittlerweile einer Moorlandschaft mit versteckten Tümpeln und trockenen Inseln aus Hackschnitzeln, die jedoch recht spärlich verstreut wurden. Doch wir hatten den größten Spaß damit Leute zu beobachten, die in den fast zwanzig Zentimeter tiefen See bei der Bar stiegen. Es wird gemunkelt, dass mache Leute sogar andere Metalheads mit voller Absicht in diesen nassen Quell der Freude lockten…

Die erste Band die sich der verkaterte Verfasser dieser Zeilen ansah, war IMPERIUM DEKADENZ. Der etwas behäbige Symphonic Black Metal schien der kleinen Meute vor der Bühne durchaus zu gefallen, aber der viel zu leise Sound verhinderte, dass allzu große Begeisterung aufkam. Doch die Band spielte motiviert ihr Set und wurde mit viel Applaus verabschiedet.

Bei den Griechen von SUICIDAL ANGELS gab es dann Kontrastprogramm. Hier wurde nicht lange gefackelt, sondern straight nach vorne gethrasht. Das gefiel auch den anwesenden Metalheads und so wurde die Band durchaus abgefeiert. Zumindest sehr amtlich für diese frühe Stunde.

ENFORCER haben sich wie ihre Kollegen Steelwing kurz davor völlig den 80ern verschrieben. Hier herrscht der Spandex! Auch musikalisch blieb es authentisch und das hatte durchaus Unterhaltungswert für zwischendurch. Am meisten blieb jedoch das Loch in der Hose des Sängers in Erinnerung. Hier hatte die Leggins an einer sehr ungünstigen Stelle der Belastung nachgegeben…

Nevermore - auf Promotour zu "The Obsidian Conspiracy" - ließen auch alte Klassiker nicht aus.

Der Progressive Metal von NEVERMORE ist überhaupt nicht meine Baustelle, trotzdem lies ich es mir nicht nehmen ihnen zumindest kurz zu lauschen. War jetzt auch ganz erträglich was da geboten wurde, aber erwartungsgemäß konnte mich die Sache auch nicht begeistern. Auch war ich überrascht, dass sich die Band nur so wenige Leute ansahen. (Lord Haggard)

Im Gegensatz zum Lord Haggard war ich von Nevermore ziemlich angetan. Es ist nun mal ein Augenschmaus Jeff Loomis beim Spielen zuzusehen. Als sie dann „This Godless Endeavour“ spielten, eines meiner All-Time-Nevermore-Favourites, waren meine Erwartungen mehr als erfüllt… nur der kleine Moshpit der in genau dem Moment  von zwei schlammbezogenen Typen angefangen wurde, trübte meine Genuss ein wenig, da ich bei den schönsten Parts abgelenkt wurde, grml.

Auf ROTTING CHRIST war ich schon sehr gespannt. Als langjähriger Fan hatte ich nun die erstmalige Gelegenheit sie live zu erleben. Jedoch war ihr Auftritt sehr bescheiden. Rotting Christ mögen auf den Alben eine selten dagewesene Wucht sein, doch live sind sie nun mal nicht imstande diese Energie wirkungsvoll zum Ausdruck zu bringen. Ebenso sollte ich an dieser Stelle einen Besucher zitieren der direkt hinter mir stand: „Also i find des so lächerlich, wenn die die Ansagen ah nu growlen.“ Diese Aussage kann ich nur unterschreiben, da es bei den meisten tatsächlich lächerlich wirkt. Bands wie Deicide und Cannibal Corpse bilden da eher die Ausnahmen als die Regel. (perke)

Ich bin Hypebands immer ziemlich abgeneigt und so halte ich auch von LEGION OF THE DAMNED recht wenig. Zu sehr werden sie mittlerweile seit ein paar Jahren in den Vordergrund gedrängt. Doch ihr 08/15 Thrash/Death Metal scheint eben viele Leute begeistern zu können. Zumindest war es ordentlich voll vor der Bühne. Routiniert und doch mit viel Elan wurde der Auftritt gespielt. Und es wurde ihnen ordentlich vom Publikum in Form von headbanging gedankt.

So sympathisch ich DORNENREICH auch finde, live fehlt etwas. Und zwar der Druck von einem Bass oder einer zweiten Gitarre. Nur mit einer Gitarre und einer Violine ist der sowieso schon schwachbrüstige Sound noch weniger dazu imstande den Songs eine Fülle zu geben die mehr Atmosphäre aufkommen lassen würde. So blieb auch die Publikumsreaktion sehr verhalten.

Den wohl besten Sound des Festivals hatten danach BOLT THROWER. Mit mächtig viel Druck wurde hier eine geile Deathwalze nach der anderen auf Publikum losgelassen. Die Metalheads gingen steil und feierten die Death Metal Legenden ab! Jeder Song traf voll ins Schwarze und die Briten waren eindeutig die Band des Festivals. Unfassbar geil!

WINDS OF PLAGUE. Der Name sagte mir gar nichts. Und als ich hörte sie würden Deathcore spielen, musste ich bereits meinen Brechreiz unterdrücken. Doch ich weiß nicht woran es gelegen ist (wahrscheinlich am übermäßigen Alkoholkonsum), aber irgendwie haben die mir gefallen. Grundlegend zwar Deathcore, wurde der Sound jedoch durch kurze sehr atmosphärische Passagen aufgelockert. Als dann noch spärlich ein an AC/DC erinnernder Groove ins Spiel kam, war ich doch sehr positiv überrascht. Auch der maskierte Sänger war lustig anzuschauen, besonders als er King Kong-mäßig einen der Stützpfeiler erklomm.

Samstag

Die erste Band am Samstag war für mich VADER. Mittlerweile wieder lebensfähig aber weit entfernt von fit, wanderte ich zum Gelände, wo sich scheinbar der ganze Campingplatz eingefunden hatte. So viele Leute hatten teilweise nicht einmal die Headliner. Die Polen wussten dies zu würdigen und lieferten ein brachiales Deathfeuerwerk ab, das die müden Glieder wieder in Betriebstemperatur brachte. Warum die Polen so bald spielen mussten, bleibt mir aber ein Rätsel.

Wenn Glenn Benton zu DEICIDE ruft, muss man einfach Folge leisten. Fast ohne Ansagen spielten sie ihre Songklassiker routiniert aber durchaus motiviert durch und das Publikum war mehr als zufrieden. Wilde Begeisterungstürme gab es nicht, aber überall sah man zumindest die Haare fliegen. Gerne wieder, aber dann lauter!

Varg verlautbarten selbst: "Nazis, fuck off!"

Von VARG kann man halten was man will, aber unterhaltsam sind sie allemal! Wie immer in rot-schwarzer Kriegsbemalung wurde von Schlachten und Ehre gesungen, dass es das Heidenherz höher schlagen lässt. Mir fast etwas zu kitschig, aber dem eher jüngerem Publikum gefällt es und so feiern die ganzen Neoheiden den Pagan Metal der Deutschen ab!

Groß angekündigt wurde der PAGAN ALLIANCE genannte, gemeinsame Auftritt von FINNTROLL und ELUVEITIE. Viele warteten gespannt, wie das wohl umgesetzt werden würde und die meisten wurden wohl enttäuscht. So wechselten sich die Bands alle ca. 2 Lieder ab und die andere Band sang dann meistens den Refrain mit. Aufregend sieht anders aus. Auch die Soundprobleme halfen dem Auftritt nicht wirklich. Kein Instrument war richtig abgemischt. Entweder man hörte nur Rückkopplungen oder zur Abwechslung mal gar nichts. Wenn dann das Mikrofon des ELUVEITIE-Sängers dann nur die Hälfte der Zeit funktioniert, und man seine Ansprache nur abgehackt hört dann nervt sowas extrem. Ich konnte mir dieses Debakel nicht einmal bis zum Schluss ansehen und beruhigte meine angespannten Nerven lieber mit etwas Bier.

Doch die wurden leider bei MARDUK wieder heftig strapaziert. Die Band spielte top motiviert, die Meute war hungrig auf Black Metal und was ist: Die Gitarre von Morgan ist so leise abgemischt, dass man sie nur hört wenn gerade kein anderes Instrument mitspielt. Teilweise erkannte man die Songs erst ab der Hälfte des Stücks, dank diesem Umstand. Die Band schien davon aber nichts mitzubekommen und sie spielten Nummern aus allen Phasen ihrer Existenz. Nächstes Jahr noch einmal mit gutem Sound bitte!

Nach einer langen Umbauphase legten nun TESTAMENT los um der ausgepowerten Menge noch einmal ihre letzten Reserven zu entlocken. Ich muss gestehen, mich bisher mit TESTAMENT kaum beschäftigt zu haben. Doch die alten Herren um Sänger Chuck Billy konnten mich, und den Rest der Besucher, auch so begeistern. Absolut authentischer Thrash Metal bei dem man einfach mitbangen muss. Hier muss ich wohl unbedingt mal meine Wissenslücken füllen!

Der Panzerdivision fehlte es am richtigen Sound ...

Nachdem mich THE DEVILS BLOOD auf Platte ja so gar nicht überzeugen konnten, war ich gespannt ob sie mir live vielleicht mehr zusagen würden. Doch auch auf der Bühne wirkte die Musik für mich immer noch zu leicht und locker. Cool anzusehen war die Band ja. Blutüberströmt und mit dutzenden Grablichtern bestückt. Doch die dahinplätschernden Songs und die schwache Stimme der Sängerin, machten es mir nicht schwer das Weite zu suchen und zur dritten Bühne zu schauen.

Die letzte Band des Abends und des gesamten Festivals waren nun HELLSAW. Die Strapazen der letzten Tage hatte die Besucherzahl schon stark dezimiert und so standen nicht allzu viele Metalheads vor der Bühne. Die Anwesenden wurden jedoch mit einem tollen, atmosphärischen Gig belohnt. Auch der angenehm laute und differenzierte Sound war Balsam für die geschundene Seele beziehungsweise geschundenen Ohren. Auch zum sehen gab`s was: Sänger Aries spuckte Feuer, sang einen Song mit Papstmütze und der kleine Altar auf der Bühne war auch nett anzuschaun. So ruinierte ich mir noch die Stimme um bei Songs wie „Der Harzwald“ und „ I saw Hell“ mitzugröhlen. Ein sehr gelungener Abschluss!

Was gibt’s abschließend zu sagen? Das neue Gelände ist top, die kurzen Wege sind ein Segen für müde Metalerbeine. Die versanken dann jedoch im Schlamm, den man mit nicht genügend Nachdruck zu Leibe rückte. Das muss nächstes Jahr besser gehen! Was aber absolut besser werden muss, ist der Sound der Hauptbühnen. Der reichte von katastrophal bis schlecht mit nur wenigen guten Ausnahmen. Im Zelt war er jedoch meist sehr gut. Essen und Getränkepreise bewegten sich auch schon sehr an der Schmerzgrenze, beziehungsweise überschritten diese mühelos bei z.B. Döner und Mineralwasser. Die Auswahl an Essenständen kann man jedoch nicht kritisieren!

Es waren auf jeden Fall drei sehr lustige und anstrengende Tage, an die ich mich gern erinnere. Ich werde nächstes Jahr sicher wieder dabei sein und da hoffe ich auf besseres Wetter und vor allem auf einen besseren Sound! (Lord Haggard)

Metalfest 2010 – durch das viel zu sonnige und heiße Wetter (Achtung: Ironie!) beschlossen viele Mehes, sehr früh ihre Sachen zu packen um dem Festival den Rücken zu kehren. Am letzten Tag kam es mir vor, dass ein gutes Drittel der Besucher schlichtweg abgehauen ist – echt Schade. Ebenso verkam die Rausfahrt für die meisten zu einer reinsten Rallyefahrt. Doch ist dies ein Sachverhalt mit dem ein jeder Festivalbesucher zu rechnen hat …

Positiv hervorheben will ich das Gelände, wo die Wege echt kurz waren und es möglich war die Autos gleich neben den Zelten zu parken. Auch die Lage zum naheliegenden See ist toll, doch dazu bräuchte es dann doch schöneres Wetter um ihn auszunutzen. Die Essensstände waren in der Tat teuer, doch ganz hinten gab’s einen kleinen, lokalen Stand, welches dem Widerstand leistete. Schnitzelsemmel: 2Euro; Ravioli (vegetarisch, oder nicht): 2Euro – das lob ich mir! Im Endeffekt mied ich alle anderen Essensstände und wurde dort Stammbesucher! Meine Geldbörse dankte es mir, hehe. Auch die Aufgliederung des Campingbereichs in eigene Sektoren diente der Übersicht. Zwar gab es keine Straßennamen, wie auf Wacken, doch mit diesem System konnte man auch leicht erklären wo man lag. Thumbs up!

Negativ ist eindeutig der Sound anzumerken. Persönlich würde ich ihn nicht, wie Lord Haggard, katastrophal nennen, doch ist hier definitiv Nachholbedarf zu verzeichnen. Es kann eben nicht sein, dass fast eine jede Band damit zu kämpfen hatte! Da müssen nächstes Jahr bessere Tontechniker heran, die das auch bei Schlechtwetterverhältnissen zusammenkriegen. Und ja, das Wetter – was soll ich da schon sagen: beim Metalfest 2011 vorab ein paar Sonnentänze organisieren, dann dürfte auch das klappen! ;)

Schlussendlich war es ein sehr gelungenes Fest! Persönliche Top-Acts verkamen zur Durchschnittsware und Bands, von denen ich keine Erwartungen hatte, entpuppten sich als Live-Garanten: Deicide, Bolt Thrower und Testament waren für viele wohl die besten Acts dieser drei Tage.

Wer zum Metalfest 2010 auch seinen Senf hinzuschmieren will, kann dies sogar offiziell auf der Metalfest-Website tun. Dort gibt es eine eigene Metalfest-Umfrage-2010! Also nichts wie hin, damit das Metalfest 2011 umso besser wird! (perke)

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