Type O Negative - World Coming Down (1999)
Jul 30th, 2010 | Von
Lord Haggard | Kategorie: Kreuzfeuer
Peter Steele ist tot. Für mich persönlich war der Stahlmann eine wichtige musikalische Inspirationsquelle und Type O Negative über Jahre hinweg meine absolute Lieblingsband. Grund genug für meinem zweiten „Kreuzfeuer“ Artikel wieder eines seiner Alben zu nehmen (Hätt ich sowieso gemacht). Doch im Gegensatz zu „Carnivore“ (Link) und allen Alben von Type O Negative ist „World Coming Down“ das düsterste, behäbigste und vor allem humorloseste Album in der Discografie des 2-Meter Hühnen. Der ging zu der Zeit des Songschreibens für dieses Album durch eine schwierige persönliche Phase. Zumindest war das seine Erklärung für den fehlenden Humor. Auch hat er sich bereits dafür „entschuldigt“. Ich sehe dafür aber absolut keinen Grund! „World Coming Down“ ist so verdammt heavy, wie ein mit Blei beladener Güterzug. Manche Songs kriechen vor sich hin („White Slavery“) und mit dem Titeltrack des Albums hat man wohl einen der besten Doomsongs aller Zeiten im Gepäck. Auch ist sonst kein Album so hoffnungslos, pessimistisch und gefüllt mit Selbsthass. Verständlicherweise ist so etwas nicht für jeden gedacht. Wer sich ein zweites „October Rust“ gewünscht hatte, wurde enttäuscht. Denn wo auf dem rostigen Album eine eher warme, romantische Atmosphäre vorgeherrscht hatte, war sie auf „World Coming Down“ plötzlich kalt und unfreundlich. Auch gibt es keinen „Hitsong“ wie „My Girlfriends Girlfriend“. Ich persönlich kann darauf aber mit Leichtigkeit verzichten.
Einen Kritikpunkt habe ich aber: Der Drumcomputer fällt leider etwas negativ auf. Dieser lässt zwar alles noch etwas kälter und trostloser wirken, ein richtiger Schlagzeuger wäre mir trotzdem lieber gewesen.
Aber ansonsten ist World Coming Down ein Album, das ich jetzt bald 10 Jahre kenne und immer noch oft höre und höffentlich auch in Zukunft noch oft genießen kann. Auch wenn das die traurige Gewissheit aufkommen lässt, dass Peter Steele nie wieder solch wunderbare Musik fabrizieren können wird. RIP!
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Senf der Redaktion
perke -
Nicht schon wieder! So langsam glaube ich, dass unser werter Lord Haggard in seinem Zimmer einen riesengroßen Peter Steel Schrein hat, den er 3x täglich Richtung NY anbetet. Feuchte Träume inklusive ... Type 0 Negative sind recht schön und gut, haben aber im Grunde nur ein gutes Album rausgebracht (Bloody Kisses) und versanken dann im Durchschnittswarensegment von Wal-Mart. Nicht anders verhält es sich mit "World Coming Down"! Ohne der Selbstironie, die "Bloody Kisses" ausmachte, verkommt "World Coming Down" in einen Grufitverschnitt den ich echt nicht brauche. Da greif ich lieber zum Doom Metal; der kann das besser. Wenn Peter Steele nicht so einen großen ***** hätte, dann wär die Band eh schon längst in Vergessenheit geraten.
Lobö -
Ehrlich gesagt sind Type O Negative in musikalischer Hinsicht bisher an mir vorbeigegangen. Aber das Album klingt zumindest einmal einladend sich mit der Band in nächster Zeit näher zu beschäftigen, auch wenn, wie Lord Haggard im Kommentar selbst mittelbar meint, "World Coming Down" ein eher schwieriger Einstieg in den Sound der Band ist. R.I.P. Pete Steele!
Deathman -
"World Coming Down" ist wirklich ein sehr schwer hörbares Album. Mir persönlich sind eingängigere Werke wie das oben genannte "October Rust" oder "Life is killing me" lieber, was aber jetzt nicht heißt, dass ich "World Coming Down" schlecht finde. Vielleicht soll und muss ich mir bei dieser Scheibe, endlich mal Zeit nehmen und öfter durchhorchen.
certifiableinsanity -
Also mir persönlich gefällt das als Album ziemlich gut, ich hab aber prinzipiell bei Musik kein Problem mit dieser düstere und humorlosen Art, und ich finde eigentlich auch das Type O nicht unbedingt eine Band ist die mit "Hits" beeindrucken muss. Dass das Album schwer hörbar ist merkt man schon beim ersten angespielten Lied, und es is zwar auf der einen Seite schade, das diese gewisse Selbstironie fehlt, auf der anderen Seite ist es mir weit lieber eine Band nimmt das Album auf wie es kommt und mit den Emotionen die sie gerade fühlen, als sie versuchen sie wieder in irgendwelche vorgefertigten Schemata zu pressen. Außerdem; sind schwer hörbare Alben nicht immer eine gewisse Herausforderung?Ich habe zwar keinen Peter Steele Schrein;), dennoch genieße ich dieses Album... jetzt umso mehr! RIP!
Wäre da nicht unser Lorda wär Doom für mich heute wohl noch immer nur mit dem wunderschönen Computerspiel aus den 90er Jahren assoziiert. So aber hab ich mich dazu überwunden mal paar Sachen durchzuhören und finde langsam immer mehr gefallen am Genre.
Das besagte Album World Coming Down gefällt mir persönlich recht gut und die düstere Atmosphäre des Albums stört mich überhaupt nicht. Da find ich die romantische Atmosphäre in dem ein oder anderen Song schon nerviger *g*. Sicherlich kein Album für jeden Moment und für jede Person aber, dass trifft ja auf so ziemlich jedes Album zu :D
Schade das Peter so früh den Löffel abgegeben hat - RIP
Diese Platte war mein Einstieg in Type O und mein Einstieg in düsterere Doom-Klänge. Und ich fand sie als Einsteig sehr gelungen. Die “Hits” dieser Platte liegen mir bis heute sehr am Herzen und ihre einzigartige Produktion schafft bei jedem Hören eine Athmosphäre, wie kaum eine andere Platte.
Von Peters Ableben habe ich erst vor wenigen Wochen gehört und ich war sehr erschüttert. Denn mit ihm starb nicht nur eine Ausnahmeband, sondern auch ein Gesamtkunstwerk, das sich zu allen Zeiten seine eigene Nische erhalten hat.
Im übrigen war natürlich (wie auf allen Type O-Platten) Johnny Kelly an den Drums am Werk, auch wenn diese (wie ebenfallsauf allen Type O-Platten) ein wenig getriggert waren, was den einzigartigen Sound aber nur bereichert hat.
Schön, dass Musik niemals stirbt und daher schön, dass Peters Songs uns für immer erhalten bleiben werden!
Vor allem der Titeltrack ist ein ziemlicher Hammer!
@Lightning: Das mit den Drums stimmt nicht. Bei den ersten drei Platten (also bis einschließlich “Bloody Kisses”) war Sal Abruscato zu hören. Danach wurde bei den Aufnahmen ein Drumcomputer verwendet. Und erst beim letzten Album (”Dead Again”) war Johnny Kelly auch auf den Aufnahmne zu hören.